Wie der Brief entstand

Vor beinahe 25 Jahren entstand der Wunsch, viele Menschen mit meinen Gedanken zu erreichen. Dabei spielte meine Selbsterkenntnis, die Selbstfindung und mein Weg ins Leben eine nicht unwesentliche Rolle. Ich sagte ja schon, es entstand der Wunsch, mich mitzuteilen auf Grund einer Bitte. Die Resonanz auf meine Selbstdarstellung mit allen Höhen und Tiefen in meinem Leben, mit allen Gedanken und Gefühlen, mochten sie auch noch so furchtbar gewesen sein, war erstaunlich. Die Menschen waren begeistert und meinten, ich müsse daraus unbedingt ein Buch machen und es veröffentlichen.
Bücher übten einen einen einzigartigen Reiz auf mich aus. Heimlich mauste ich Bücher aus des Vaters großer Kiste und las sie auch heimlich unter einer riesigen Eiche auf unserer Koppel oder unter der Bettdecke mit der Taschenlampe.

Daran "arbeite" ich heute noch, denn es ist auch ein sehr gewagter Schritt.

Aber es entstand ein anderer Gedanke, nämlich der zu diesem Buch – den „ Brief an die Menschen“.

Ich spreche noch heute mit sehr vielen Menschen, die auf der Suche nach sich selbst, nach Erkenntnissen und Erfahrungen sind und die sich auf den Weg in eine neues Leben machen wollen. Stets betone ich, dass ich sie nur begleiten kann auf ihrem Weg, dass ich eben diese Wege aufzeigen kann und darf, aber gehen müssen sie ihn dann allein. Und immer wenn ich in einem solchen Gespräch bin, denke ich daran, dass ich nur einen hier erreiche. Mit einem Buch wäre das ganz anders! Es könnten viele lesen. Mich zu entschließen, all das nieder zu schreiben und meinen Weg, meine Gedanken und Gefühle allen anderen Menschen zugänglich zu machen, war keine einfache Entscheidung. Aber irgendwann setzte ich mich dann hin und begann. Ich schickte es Freunden zum Lesen, druckte es auch aus und gab es weiter und war erstaunt, als von allen Seiten der gleiche Satz kam "toll, das mußt Du veröffentlichen". Langsam begann ich auch daran zu glauben, las alles wieder selbst, änderte hier und da etwas und ließ das Buch lektorieren. Und dann stand ich da vor dem PC und nur einen Tastenklick entfernt von der großen weiten Welt, in die es hinaus zu einzelnen Verlagen gehen sollte. Und innerlich rutschte ich völlig zusammen. Ich weinte, rief eine Freundin an und die kam auch gleich. Meine Frage? Bin ich der Verantwortung auch gewachsen, wenn ich das Buch jetzt wegschicke? Es ist ja nicht nur eins, es sind schon zwei fertig, drei sollen es werden. Der Trost der Freundin und keine weiteren unnützen Überlegungen mehr zulassend, drückte ich den Knopf und weg war es. Erleichtert nun, denn jetzt war nichts mehr zu ändern. Heute weiß ich, dass es richtig war, denn ich denke, wen es interessiert, der wird es zur Hand nehmen und wenn Fragen sind, dann bin ich da.